Sonntag, 24. Juni 2012

Das Hotel in Olten ... und die Arbeit

Was wäre wenn ... 

 

Ich stelle mir gerade vor ...

 

Es gab eine Zeit, da habe ich in Olten in einem Hotel gearbeitet. Dort habe ich eine junge Dame, gut, sie ist schlappe 10 Jahre älter als ich, kennen gelernt. Sie war zu dem Zeitpunkt, die Nummer 1, also, hatte den gleichen Rang wie Commander Riker auf der Enterprise.

Warum ich mich auch heute noch an sie erinnere? Das liegt daran, dass sie mehr als genug Selbstvertrauen hatte, tough und stark war, ehrlich, lustig, nett und mich mochte. Ach ja, natürlich sah sie auch sehr gut aus, mehr als sehr gut. Brigitte K. Ok, sie war auch noch blond.

Was wäre wenn, wenn sie sich auch in mich verliebt hätte und wir ein Paar geworden wären? Was wäre in meinem Leben anders gelaufen? Lustig. In diesem Fall kann ich es gar nicht abschätzen. Klar, ich hätte mich mit ihr getroffen, wäre mit ihr immer mal wieder in den Ausgang gegangen, wir hätten auch andere Sachen unternommen, ich wäre vor allem viel mehr unter Menschen gewesen. Die Frage ist nur: hätte mir das gefallen? 

Wäre ich damit wirklich glücklich geworden, oder hätte mich auch dieser Weg hierhin gebracht, wo ich jetzt bin. Wäre ich auf diesem Weg auch kaputt gegangen? Weil ich icht wusste, dass ich ADHS / Asperger bin? Wäre ich an den vielen Fragen, die mir im Kopf schwirren, an den vielen Geräuschen, an den vielen Flüchtigkeitsfehlern genaus so zerbrochen?

Oder wäre es doch anders verlaufen? Wäre ich noch immer ADHS / Asperger, aber sie hätte mir helfen können? Sie hätte mich in vielen Momenten auffangen und wieder aufrichten können? Wäre sie der richtige Mensch dafür gewesen, oder wäre sie daran nervlich zu Grunde gegangen, oder hätte gar keine Lust gehabt, sich damit zu beschäftigen und hätte mich fallen lassen?????

We will never know oder so *gg*...

Auf jeden Fall: es wäre schon interessant zu wissen, was sie heute macht, wie viele Kinder sie inzwischen hat und ob ihre Figur immer noch so toll ist ;-)

Freitag, 22. Juni 2012

Langsamkeit, ihre Folgen und ich ...

Im Fernsehen kommt mal wieder nichts, das mich wirklich interessiert, antörnt oder auch nur wach hält. 

SAT1, die Ermittler vom K11 läuft, als Hintergrundbeschallung, oder wie es auch immer genannt werden soll. 

Da fällt mir auf, dass das Königsblau, in HD, wirklich königsblauer rüberkommt, aber so wichtig ist das eigentlich auch wieder nicht.

Links neben mit ventiliert der Standventilator, der mehr als verstaubt ist. Es könnte gut sein, dass ich mit dem darin haftenden Staub eine ganze Wohnanlage versauen könnte.

Es fällt mir mal wieder auf, dass es mir nicht immer ganz leicht fällt, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Obwohl ich meine Medizin intus habe, fällt es mir nicht ganz leicht. 

ADHS, Asperger, was und wie auch immer.

Sicher stelle ich mir immer mal wieder die Frage, was wäre, hätte man schon vor 20 Jahren bei mir ADHS/Asperger diagnostiziert hätte? Was? Wäre? Wenn?

Wie hätte mein Leben ausgesehen? Was wäre anders gewesen? Welche Fehler hätte ich nicht begangen? Welche Fehler hätte ich dafür und anstelle von begangen?

Wäre ich mit Iris zusammengekommen? Wären wir ein Paar geworden? 
Hmm, ok, ich habe es mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
Sie scheint ziemlich religiös zu sein und ich, ich bin es jetzt nicht und wäre es, auch wenn es anders gelaufen wäre, nicht.
Ob ich mir sicher bin? Ja, bin ich. Es gibt Sachen, die bleiben immer gleich, solange ich das gleiche Hirn habe und die Art und Weise, wie ich über bestimmte Dinge denke auch bleibt.
Vielleicht wären wir für eine kurze Zeit zusammengekommen. Wobei der Begriff kurze Zeit natürlich relativ zu sehen und verstehen ist.

Ja, da werden Erinnerungen wach. Ich will es mal so sagen: sie war schon die, die am besten von allen ausgesehen hat. Dazu kann ich stehen, auch wenn es schon so lange her ist und eigentlich schon fast ein anderes Leben war.

Das wäre also geklärt: Das mit Iris, das wäre so ziemlich gleich geblieben.

Musik. 

Musik spielt eine wirklich grosse Rolle in meinem Leben. Das ist so, und wird auch immer so bleiben.

Nehmen wir mal an, man hätte schon vor ewigen Zeiten die richtige Diagnose gestellt und mir schon vor ewigen Zeiten helfen können. Nehmen wir noch weiter an, ich hätte nie die Angst gehabt, unter Leute / Menschen zu gehen.

Hier sehe ich, dass ich in dem Falle schon viel mehr Konzerte besucht hätte. Viel mehr. Vielleicht drei, vier oder fünf Konzerte pro Jahr wären da sicher gewesen. Vielleicht sogar mal ein Festival, wo ich dann, wie viele, viele andere, in einem Zelt verbleiben würde, nur um mich, jeden Tag, zusammen mit vielen, vielen anderen, ins Konzertgetümmel zu stürzen.
Das wäre sicher was geworden. Ich, ein Festival und tausende von Leuten, die die Liebe zur Musik mit mir teilen und die Freude daran erst recht.

Nehmen wir an, in dieser Parallelwelt gäbe es auch Facebook. Hätte ich dann mehr als 200, mehr als 300 oder sogar mehr als 400 "Freunde"??? Wäre ich glücklich damit?
Eine Frage, die ich so natürlich nicht beantworten kann. 
Würde ich mit diesen vielen, vielen Facebook-Freunden mehr kommunizieren, als ich es zur Zeit hier in dieser Welt mache?
Ich denke, ja. Denn in der anderen Welt hätte ich ja die Aengste nicht und es würde mir viel leichter fallen, mit meinen Mitmenschen zu reden, zu lachen oder was auch immer.

Würde mir das gefallen, wenn ich mehr Leute hätte, die mit mir sprechen, schreiben, schreien, lachen, weinen? Ich weiss es nicht, ich hatte so etwas ja noch nie. Aber, ehrlich gesagt, ich würde es schon gerne mal ausprobieren.

Es wäre eine wirklich interessante Erfahrung, die ich gerne machen würde.