Freitag, 22. Juni 2012

Langsamkeit, ihre Folgen und ich ...

Im Fernsehen kommt mal wieder nichts, das mich wirklich interessiert, antörnt oder auch nur wach hält. 

SAT1, die Ermittler vom K11 läuft, als Hintergrundbeschallung, oder wie es auch immer genannt werden soll. 

Da fällt mir auf, dass das Königsblau, in HD, wirklich königsblauer rüberkommt, aber so wichtig ist das eigentlich auch wieder nicht.

Links neben mit ventiliert der Standventilator, der mehr als verstaubt ist. Es könnte gut sein, dass ich mit dem darin haftenden Staub eine ganze Wohnanlage versauen könnte.

Es fällt mir mal wieder auf, dass es mir nicht immer ganz leicht fällt, mich auf eine Sache zu konzentrieren. Obwohl ich meine Medizin intus habe, fällt es mir nicht ganz leicht. 

ADHS, Asperger, was und wie auch immer.

Sicher stelle ich mir immer mal wieder die Frage, was wäre, hätte man schon vor 20 Jahren bei mir ADHS/Asperger diagnostiziert hätte? Was? Wäre? Wenn?

Wie hätte mein Leben ausgesehen? Was wäre anders gewesen? Welche Fehler hätte ich nicht begangen? Welche Fehler hätte ich dafür und anstelle von begangen?

Wäre ich mit Iris zusammengekommen? Wären wir ein Paar geworden? 
Hmm, ok, ich habe es mir noch einmal durch den Kopf gehen lassen.
Sie scheint ziemlich religiös zu sein und ich, ich bin es jetzt nicht und wäre es, auch wenn es anders gelaufen wäre, nicht.
Ob ich mir sicher bin? Ja, bin ich. Es gibt Sachen, die bleiben immer gleich, solange ich das gleiche Hirn habe und die Art und Weise, wie ich über bestimmte Dinge denke auch bleibt.
Vielleicht wären wir für eine kurze Zeit zusammengekommen. Wobei der Begriff kurze Zeit natürlich relativ zu sehen und verstehen ist.

Ja, da werden Erinnerungen wach. Ich will es mal so sagen: sie war schon die, die am besten von allen ausgesehen hat. Dazu kann ich stehen, auch wenn es schon so lange her ist und eigentlich schon fast ein anderes Leben war.

Das wäre also geklärt: Das mit Iris, das wäre so ziemlich gleich geblieben.

Musik. 

Musik spielt eine wirklich grosse Rolle in meinem Leben. Das ist so, und wird auch immer so bleiben.

Nehmen wir mal an, man hätte schon vor ewigen Zeiten die richtige Diagnose gestellt und mir schon vor ewigen Zeiten helfen können. Nehmen wir noch weiter an, ich hätte nie die Angst gehabt, unter Leute / Menschen zu gehen.

Hier sehe ich, dass ich in dem Falle schon viel mehr Konzerte besucht hätte. Viel mehr. Vielleicht drei, vier oder fünf Konzerte pro Jahr wären da sicher gewesen. Vielleicht sogar mal ein Festival, wo ich dann, wie viele, viele andere, in einem Zelt verbleiben würde, nur um mich, jeden Tag, zusammen mit vielen, vielen anderen, ins Konzertgetümmel zu stürzen.
Das wäre sicher was geworden. Ich, ein Festival und tausende von Leuten, die die Liebe zur Musik mit mir teilen und die Freude daran erst recht.

Nehmen wir an, in dieser Parallelwelt gäbe es auch Facebook. Hätte ich dann mehr als 200, mehr als 300 oder sogar mehr als 400 "Freunde"??? Wäre ich glücklich damit?
Eine Frage, die ich so natürlich nicht beantworten kann. 
Würde ich mit diesen vielen, vielen Facebook-Freunden mehr kommunizieren, als ich es zur Zeit hier in dieser Welt mache?
Ich denke, ja. Denn in der anderen Welt hätte ich ja die Aengste nicht und es würde mir viel leichter fallen, mit meinen Mitmenschen zu reden, zu lachen oder was auch immer.

Würde mir das gefallen, wenn ich mehr Leute hätte, die mit mir sprechen, schreiben, schreien, lachen, weinen? Ich weiss es nicht, ich hatte so etwas ja noch nie. Aber, ehrlich gesagt, ich würde es schon gerne mal ausprobieren.

Es wäre eine wirklich interessante Erfahrung, die ich gerne machen würde.


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